Spinning®
ist ein Indoorcycling Fitnessprogramm aus den USA. Wie
viele andere Gruppenfitnessprogramme, ist auch Spinning®
ein geschützter Name. Demnach dürfen nur solche
Indoorcyclingprogramme den Namen Spinning® tragen, die
vom Entwickler Johnny G. autorisiert sind. Als
Spinracing (IFAA) oder etwa rpm® (Lesmills) werden
solche Programme bei anderen Anbietern bezeichnet. All
diese Programme unterscheiden sich voneinander, mal mehr
und mal weniger. Dies führt dazu, dass jede Ausprägung
von Indoorcycling in der Fitnesslandschaft ihre eigenen
Anhänger findet.
Indoorcycling ist für diese Art des
Gruppenfitnesstrainings der allgemeine Überbegriff.
Hierbei wird das Radfahren von der Straße ins
Fitnessstudio verlegt. Dies ist besonders für Radfahrer
und Triathleten im Winter eine interessante
Trainingsvariante. Aber auch für Neueinsteiger ist
Indoorcycling ein optimaler Start ins Ausdauertraining.
Indoorcycling ist ein Ausdauertraining, das sowohl das
physische als auch das mentale Wohlbefinden der
Teilnehmer steigert. In einer Gruppe wird unter
Anleitung eines Instructors zu Musik geradelt.
Mechanisch gesehen wirkt die Kraft beim Indoorbike auf
einen starren Antrieb, der eine Schwungscheibe bewegt.
Die Musik gibt die Trittfrequenz an. Den Widerstand
bestimmt jeder Teilnehmer für sich selbst, indem er den
Druck auf die Schwungscheibe einstellt.
Eine Indoorcyclingstunde ist vergleichbar mit einer
Berg- und Talfahrt auf dem Fahrrad. Um warm zu werden,
fährt man langsam los, d.h. die Tour beginnt auf dem
Flachland. Nach den ersten Minuten auf flachem
Untergrund kommt meistens der erste Hügel. Der
Widerstand wird dabei deutlich erhöht und die
Trittfrequenz gesenkt. Will man besonders steile Gipfel
erklimmen, kann man sich aus dem Sattel heben und den
Druck auf die Schwungscheibe sehr hoch einstellen. Oben
angekommen folgt die Fahrt ins Tal. Entsprechend einer
tatsächlichen Abfahrt wird der Widerstand deutlich
zurückgenommen, so dass hohe Trittfrequenzen ermöglicht
werden. Der Übungsleiter bestimmt lediglich das Profil
der Strecke. Die Steigung an den Bergen kann jeder
Teilnehmer mit Hilfe seiner individuellen mechanischen
Widerstandsregulierung am Rad selbst einstellen. Wie die
Stunde im Detail abläuft, hängt vom Instructor und im
weiteren von seiner Ausbildung ab. Wie bereits
beschrieben haben alle Programme einen eigenen
Charakter. So bevorzugen es die einen, Übungen für den
Oberkörper während der Fahrt einzubauen, während andere
den Schwerpunkt auf imaginative Elemente legen. Nicht
selten wird Indoorcycling an eine ganz eigene
Philosophie geknüpft, die die Instructoren während ihrer
Ausbildung annehmen und an ihre Kursteilnehmer weiter
kommunizieren.
Am Ende der Stunde steht in der Regel ein entspannender
Ausklang, in dem bei niedriger Intensität ausgefahren
wird. Ein abschließendes Dehnprogramm für Muskeln und
Bindegewebe darf dabei auch nicht fehlen. Die Fahrt auf
dem Indoorbike beansprucht vorwiegend Grundlagenausdauer
(GA1 und GA2) und ermöglicht hohe Gesamtenergieumsätze
im Körper. Wer abnehmen will und ein passendes Workout
sucht, hat deshalb mit Indoorcycling sicherlich eine
gute Wahl getroffen. Rasante Talfahrten zu temporeicher
Musik und Sprints sorgen nicht nur für Abwechslung,
sondern verbessern zusätzlich die Koordination,
Bewegungsschnelligkeit und die anaerobe Kapazität, also
die Leistungsreserven, die für kurze intensive
Belastungen erforderlich sind.
Vorsicht: Durch die entstehende Gruppendynamik wird man
sehr leicht dazu verleitet, sich während der Stunde sehr
hoch zu belasten. Wer sich vornimmt, Grundlagenausdauer
auf dem Indoorcycle durchzuführen, sollte nicht ohne
Pulskontrolle fahren und hohe Trainingsumfänge
realisieren.
Kann
jeder Gesunde an Indoorcyclingkursen teilnehmen?
Ja, denn die Teilnehmer können sich ihren Widerstand
individuell einstellen. Jeder wählt seine eigene
Belastung. Die Übungsleiter geben dabei natürlich
Hilfestellungen und wichtige Tipps. Die individuelle
Belastungssteuerung macht es möglich, dass ein geübter
Radrennfahrer und ein Anfänger in einer Gruppe fahren.
Die
Intensitätsregulierung erfolgt ohne Skalierung, so dass
das Bestreben, besser als der Nebenmann zu sein, gar
nicht erst aufkommen kann. Durch den Einsatz von
Herzfrequenzmessern kann man die individuelle
Beanspruchung erfassen. Dadurch ist es möglich, weg vom
belastungsgesteuerten hin zum beanspruchungsgesteuerten
Training zu gehen.
Durch herzfrequenzgesteuertes Training werden die
gesetzten Trainingsziele im Fitness- und
Gesundheitsbereich auf einfachem und vor allem sicherem
Wege erreicht. Wer allerdings gesundheitliche
Beeinträchtigungen hat, sollte wie immer vorher seinen
Arzt um Rat fragen. Besonders bei Erkrankungen der
Atemwege oder des Herz-Kreislaufsystems sollte ohne
grünes Licht vom Arzt keine Teilnahme an Indoorcycling
erfolgen.
Werden
durch Indoorcycling die Beine dicker?
Dies ist eine Frage, die immer wieder von vielen
Teilnehmern gestellt wird. Die Antwort lautet: Nein!
Eine sichtbares Dickenwachstum des Muskels kann nur
durch ein hinreichend intensives Krafttraining erzielt
werden. Auch wenn der Widerstand in der Stunde mal etwas
höher eingestellt wird, ist und bleibt Indoorcycling
Ausdauertraining und führt deshalb auch zu den
ausdauerspezifischen Trainingsanpassungen.
Was gibt
es noch zu beachten?
Die Indoorbikes lassen sich sehr vielseitig und damit
optimal einstellen. Wenn Sie zum ersten mal an einer
Indoorcyclingstunde teilnehmen, erklärt Ihnen Ihr
Übungsleiter die richtige Einstellung von Sattel- und
Lenkerhöhe, sowie den Abstand zwischen Sattel und
Lenker. Damit können Sie sich eine optimale Sitzposition
einrichten. Ganz wichtig ist zu beachten, dass das
Indoorbike einen so genannten starren Antrieb hat. Dies
ist der hauptsächliche Unterschied zum Outdoorbiken.
Tretlager und Schwungscheibe sind direkt miteinander
gekoppelt, so dass das Indoorcycle keinen Leerlauf hat.
Diese Art des Antriebs macht Indoorcycling besonders
attraktiv, erfordert aber auch eine gewisse Umgewöhnung,
wenn man das konventionelle Fahrrad- oder
Ergometerfahren mit Leerlauf gewöhnt ist. Am besten
selbst mal ausprobieren. |